Desserts & feine Kleinigkeiten

Schokoladenwackelpudding mit Himbeergelee

Dieser selbstgemachte Schokoladenpudding mit Himbeergelee ist wunderbar wacklig, hält aber dennoch brav seine Form (für die ich eine gezackte Gugelhupfform verwendet habe).

Wenn ihr ein Rezept nennen müsstet, das euch mit dem ersten Bissen in eure Kindheit zurückversetzt – welches wäre es? Bei mir ist es zweifelsohne Omi’s Schokoladenpudding, auf den ich mich, seit ich zurückdenken kann, jeden Sonntagmittag als Nachtisch gefreut habe. Damals trafen wir uns immer am letzten Tag der Woche im Haus meiner Großeltern und wurden wahlweise mit Wiener Schnitzel und Kartoffelsalat oder aber mit Fleischlaibchen und Kartoffelpüree verköstigt. Doch während der Hauptgang bis zum Eintreffen immer eine Überraschung blieb, wussten wir schon auf der Fahrt dorthin, was es als Dessert geben würde: Vanillepudding für die einen, Schokopudding für die anderen – und dazu Himbeersaft mit Schlagobers!

Das Größte war für mich damals aber – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes –wenn ein Anlass, wie etwa ein Geburtstag, vor der Tür stand. Dann machte meine Oma nämlich statt vieler kleiner Puddingschüsselchen einen großen, wackeligen Puddinggugelhupf. Noch heute kann ich mich daran erinnern, wie mein Bruder diese Meisterwerke mit seinen groß aufgerissenen Kinderaugen bestaunte und kann nur vermuten, dass sich in meinem kindlichen Blick dieselbe Faszination gespiegelt haben mag.

Seither habe ich schon lange keinen Pudding mehr gegessen. Aber als ich vergangene Woche durch eine Buchhandlung schlenderte, fiel mir ein zauberhaftes, kleines Büchlein* in die Hände, welches sich ganz dieser wackeligsten aller Nachspeisen verschrieben hat. Entzückend gestaltet und voller Reminiszenzen an meinen liebsten Kindheitsnachtisch, entschied ich mich sofort, es zu nehmen – und zwei Tage später, pünktlich am Sonntag um zwölf, überraschte ich meine Großeltern mit diesem Pudding und einem Besuch. (*Werbung, unbezahlt)

Bio-Zutaten für das Himbeergelee

Für 15 bis 25 Personen 

170g guter Himbeersaft (z.B. Darbo)

100g Wasser

3 Blatt Gelatine

200g kleine Himbeeren

{Rezept leicht adaptiert nach M. Holm}

Zubereitung Himbeergelee

Beginnt die Zubereitung des Himbeergelees damit, Himbeersaft und Wasser in einem Topf zu erwärmen. Die Flüssigkeit muss dabei gar nicht kochen, etwa 60-65°C reichen, um die Gelatine darin auflösen zu können.

Während der Himbeersaft warm wird, legt drei Blatt Gelatine in kaltes Wasser ein und lasst diese fünf Minuten einweichen. Bereitet außerdem eine Gugelhupf- oder Kranzform (meine hatte ein Fassungsvermögen von etwa 2,3 Liter) vor, indem ihr sie mit kaltem Wasser ausspült und die Himbeeren darin verteilt.

Nachdem die Gelatine fünf Minuten quellen konnte, drückt diese gut aus und verrührt sie mit der warmen Flüssigkeit, bis sie sich auflöst. Gießt den Himbeersaft dann gleich in die Gugelhupfform und stellt diese für mindestens eineinhalb Stunden in den Kühlschrank. Tipp: Achtet darauf, dass die Himbeeren nicht direkt aufeinander oder sehr nahe beisammen liegen (insbesondere, wenn ihr sehr große Himbeeren verwendet ) – sonst wird das Gelee in den Zwischenräumen zu dünn und könnte später leicht einreißen.

Bio-Zutaten für den Schokoladenpudding

1250g Schlagobers

250g Zucker

1.5 TL Vanilleextrakt

4g Salz (1 gestr. TL Kochsalz hat 5-6g)

120g Valrhona (!!) Kakaopulver*

200g Wasser

13 Blatt Gelatine

100g Himbeeren (sowie einige Himbeeren & Kirschen zum Dazureichen)

*Die Geheimzutat dieses Rezeptes. 😉 Sie gibt dem Pudding seinen intensiv schokoladigen Geschmack.

{Rezept leicht adaptiert nach M. Holm}

Zubereitung Schokoladenpudding

Nach etwa 1.5 Stunden könnt ihr mit der Zubereitung des Schokopuddings beginnen (auch wenn das Gelee zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz fest sein wird – der Pudding muss ohnehin erst eine Weile abkühlen, bevor ihr ihn zum Gelee geben könnt).

Erwärmt dafür Schlagobers, Zucker, Vanilleextrakt und eine Prise Salz in einem weiten Topf und rührt dabei gelegentlich um. Auch hier gilt wieder: nicht aufkochen, sondern die Flüssigkeit nur warm machen. Gelatine löst sich nämlich ab 50°C wunderbar auf, verliert aber schon bei Temperaturen über 60°C etwas von ihrer Gelierkraft. Deshalb gelingt der Pudding am besten mit einem Thermometer. (Wenn ihr keines habt, erwärmt die Flüssigkeit lieber nur ein wenig anstatt zu viel. Sollte sie nicht warm genug geworden sein, merkt ihr das ohnehin später, wenn sich die Gelatine nicht auflöst und dreht dann einfach die Hitze behutsam hoch.)

Erhitzt währenddessen 200g Wasser in einem Wasserkocher und verrührt es mit dem Kakaopulver, sodass eine Schokoladenpaste entsteht. Gebt diese dann zur Obersmischung in den Topf und verrührt beides gut miteinander. Weicht außerdem 13 Blatt Gelatine in kaltem Wasser ein. Achtet hierbei darauf, dass ihr jedes Blatt einzeln ins Wasser eintaucht, bevor ihr das nächste Blatt darüber legt – andernfalls könnte es passieren, dass die mittleren Blätter nicht ausreichend aufquellen.

Drückt die Gelatine nach fünf Minuten gut aus und gebt sie zur warmen Schokoladenpudding-Flüssigkeit dazu. Rührt dann ein paar Mal gut durch, bis ihr merkt, dass sich die Gelatine vollständig aufgelöst hat (je nach Temperatur sollte das nach ein paar Sekunden der Fall sein). Sobald dies geschehen ist, gießt den Pudding in eine andere Schüssel (am besten eine aus Glas oder Metall), damit er darin rasch abkühlen kann. Nehmt außerdem einen Pürierstab zur Hand und püriert die Flüssigkeit etwa 30 Sekunden durch (um etwaigen Kakaoklümpchen den Garaus zu machen ;-).

Anschließend geht es für den Schokopudding ab in den Kühlschrank oder (wenn es schnell gehen soll) in ein Wasserbad mit vielen Eiswürfeln, damit er auf etwa 22-23°C abkühlen kann. Warum das notwendig ist? Weil er jetzt noch viel zu heiß für euer Himbeergelee ist – und sich dieses vollständig auflösen würde, wenn ihr den Pudding zu früh zu diesem dazugießt. Egal ob ihr euch für den Kühlschrank oder für das Eisbad entscheidet, rührt den Pudding etwa alle 15 Minuten mit einem Spachtel gut durch, damit er gleichmäßig erkaltet. Im Eisbad hat’s bei mir gut 25-30 Minuten gedauert, bis er bei 23°C war. Aber wenn ihr kein Thermometer besitzt, wartet einfach darauf, bis er sich kühl anfühlt und festzuwerden beginnt.

Dann ist endlich der Zeitpunkt gekommen, an dem ihr Schokopudding und Himbeergelee zusammenführen könnt. Nehmt dafür am besten einen Schöpflöffel, um den Pudding in die Gugelhupfform zu befördern. Ich weiß: direkt reingießen würde schneller gehen – kann aber (je nachdem, wie fest euer Gelee schon ist), dazu führen, dass sich in diesem ein kleiner Krater bildet. Wer möchte, versenkt zum Schluss noch ein paar Himbeeren in der Schokoflüssigkeit (einfach einmal kurz eintunken und wieder nach oben kommen lassen) – das gibt eine kleine Überraschung später beim Anschneiden. 🙂 Lasst den Pudding nun mindestens 6 Stunden (oder am besten über Nacht) im Kühlschrank festwerden, bevor ihr ihn aus der Form löst.

Den Schokoladenpudding aus der Form lösen

Diesen Schokopudding aus der Form zu bekommen, funktioniert leichter als man auf den ersten Blick glaubt. Versprochen! Füllt einfach ein tiefes Behältnis (beispielsweise euer Küchenwaschbecken) mit warmem Leitungswasser und taucht die Gugelhupfform für gut fünf Sekunden bis zum Rand darin ein. Wichtig: nicht viel länger – denn insbesondere das Himbeergelee schmilzt ganz schön rasch! Legt dann einen flachen Servierteller auf eure Form und stülpt den Pudding auf diese. Dabei zwei, drei Mal kräftig schütteln (ruckartig nach unten) und schon solltet ihr ein Geräusch vernehmen, welches euch wissen lässt: Der Pudding ist draußen!

Seht ihr – alles nicht so dramatisch! 😉 Die größte Schwierigkeit dabei ist eigentlich nicht, den Pudding zu stürzen und damit von der Form los zu bekommen, sondern die Form vom Teller hochzuheben. Denn während das bei normalen Gugelhupfformen meistens noch ganz gut klappt, haben Nordicware-Formen (also die, die ich hier für den Pudding oder aber auch damals für meinen jüdischen Apfelkranz oder Oma’s sagenhaften Nutellagugelhupf verwendet habe) die Angewohnheit, da ein bisschen rumzuzicken. Zum einen, weil sie ziemlich massiv und damit deutlich schwerer als andere Formen sind. Zum anderen, weil sie mit ihren Zacken und Kanten zwar sehr ansehnlich, aber leider gar nicht gut zu greifen sind. Aber, wo ein Problem ist, da ist eine Lösung und mit meinem Geheimtipp – zwei leicht befeuchteten Wettex-Schwammtüchern für das nötige Extra an Grip – gelingt euch das Hochheben garantiert spielend.

Ist alles geschafft, gebt den Schokoladenpudding mit Himbeergelee zurück in den Kühlschrank. Trotz seiner Wackeligkeit hat er bei mir viele Stunden seine Form gehalten (also – bis er dann angeschnitten und verspeist wurde 😉 und sich sehr schön in Stücke schneiden lassen. Übrigens: Wenn euch schöne Stücke ein Anliegen sind, achtet darauf, zum Anschneiden ein sehr scharfes Messer zu verwenden, damit ihr die Himbeeren ohne zu viel Druck zerschneiden könnt.

 

Gutes Gelingen lasst euch & euren Lieben den Pudding wunderbar schmecken!

Alles Liebe,

Eure Alexandra

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2 Kommentare

  • Reply
    Lisa
    8.11.2018 at 11:55

    Liebe Alexandra,
    dieser Wackelpudding sieht einfach sensationell aus! Ich werde den demnächst ganz sicher auch mal probieren. Meine Frage: den Schoko-Pudding, könnte man den auch ganz normal mit Milch und Puddingpulver machen, also generell anstatt der vielen Gelatine mit Stärke arbeiten? Und evtl. halb Milch und halb Sahne verwenden, denn mehr als 1 Liter Sahne ist doch ganz schön mächtig!
    Danke für das tolle Rezept und viele Grüße,
    Lisa

    • Reply
      Alexandra Ebert
      9.11.2018 at 19:15

      Vielen, lieben Dank Lisa! Freut mich sehr, dass er dir gefällt! 🙂

      Ja, der Pudding ist recht ergiebig, weswegen ich auch dazu geschrieben habe, dass er für 15-25 Personen gedacht ist. Ob Pudding aus normalem Puddingpulver sich genauso gut aus der Form lösen lässt vermute ich zwar, kann ich dir aber nicht versprechen. Bevor du also eine so große Menge zubereitest, desto doch einmal ein Packerl Pudding mit der Form – und wenn das gut rauskommt, dann steht einem Pudding mit weniger Obers und Stärke statt Gelatine nichts mehr im Wege. 😉

      Gutes Gelingen und liebe Grüße,
      Alexandra

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